Die moderne Abfallablagerung

Wenn wir heutzutage von der Ablagerung von Abfall, also der endgültigen Entsorgung von Müll sprechen, dann meinen wir ganz andere Dinge als noch vor ein paar Jahrzehnten. Eine Mülldeponie, wie wir sie heute kennen, hat so gut wie gar nichts mehr mit der früher bekannten Müllkippe zu tun. Zudem muss beachtet werden, dass auf eine solche Deponie tatsächlich nur die Abfallstücke verbracht werden, die sich auf keinen Fall mehr anderweitig verwenden oder entsorgen lassen. Die Deponie ist damit sozusagen die letzte Instanz, was aber nicht zu bedeuten hat, dass es sich hierbei um einen wahllos aufgehäuften Müllberg handelt, mit dem die Natur am Ende machen kann, was sie möchte. Der Schutz der Umwelt und der Abbau von Schadstoffen stehen hierbei im absoluten Fokus.

Neue Regelungen und Gesetze

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich viel verändert in der Abfallwirtschaft. Man versucht immer mehr, eine stärkere Kreislaufwirtschaft in Gang zu bringen und die Abfallvermeidung sowie Abfallverwertung komplett auszuschöpfen, mit dem erfolgreichen Ergebnis, dass die abzulagernden Abfallmengen in den letzten Jahren ganz deutlich reduziert werden konnten. Die Abfallablagerungsverordnung und Deponieverordnung, die in den Jahren 2001 und 2002 eingeführt wurden, haben viel zu dieser Entwicklung beigetragen. Die Ablagerung von Abfällen wurde damit sozusagen revolutioniert und mit einem weiteren Beschluss dafür gesorgt, dass zuvor nicht behandelte Abfälle seit dem 1. Juni 2005 überhaupt nicht mehr abgelagert werden dürfen. Die Alternativen hierzu bestehen bei Siedlungsabfällen, auch Hausmüll genannt, in der thermischen Verbrennung oder mechanisch-biologischen Behandlung. Die Folge dieser Schritte war, dass so manche Deponie ihre Pforten schließen musste.

Kampf gegen Schadstoffe

Für die Umwelt war es dennoch der richtige Schritt. Schließlich sind Abfälle unterschiedlich hoch mit Schadstoffen belastet. Gelangen diese Schadstoffe ins Grundwasser oder bildet sich durch anaerobe Prozesse bei Abfällen mit organischen Anteilen das klimaschädliche Gas Methan, dann ist dies eine grobe Art und Weise der Umweltverschmutzung, die es dringend aufzuhalten gilt. Entsprechende Vorkehrungen müssen deshalb bei jedem Bau einer neuen Deponie getroffen werden. Der moderne Aufbau einer solchen Mülldeponie verläuft aus diesem Grund nach dem so genannten Multi-Barrieren-Prinzip. Das bedeutet, dass es in unterschiedlichen Schichten verschiedene Schutzmechanismen für die Umwelt geben muss, so dass das Entweichen von Schadstoffen und deren Eindringen in die Umwelt verhindert werden kann. Kommt es zu einem unvorhergesehenen Zwischenfall und fällt einer der Schutzmechanismen aus, dann wirken noch immer die anderen Barrieren und können so das Schlimmste verhindern.

Zu beachtende Aufgaben

Zu den Barrieren, die heute bei Mülldeponien verwendet werden, gehören unter anderem die Behandlung des Abfalls vor der Ablagerung, die Oberflächenabdichtung zum Schutz gegen Niederschlag oder die Entweichung von Deponiegas, die Basisabdichtung gegen Versickerung in den Untergrund, geologisch günstige Standortfaktoren und die kontinuierliche Überwachung der Deponie. Der Deponiebetreiber ist derjenige, der dafür verantwortlich ist, dass all diese Punkte eingehalten werden können. Er hat dafür zu sorgen, dass nur noch Boden, Bauschutt, Gewerbe- und Sonderabfälle und mechanisch-biologisch vorbehandelte Siedlungsabfälle und Asche aus der Müllverbrennung auf den heutigen Deponien abgelagert werden dürfen. Nur so kann das hohe Aufkommen an Schadstoffen kontrolliert werden.

Stilllegung der Deponie

Wenn keine Abfälle mehr auf der Deponie abgelagert werden können und die Dichtungssysteme vollständig errichtet sind, dann endet die Betriebszeit der Ablagerungsstätte. Die Stilllegung steht bevor, doch das bedeutet nicht, dass die Deponie von einem auf den anderen Tag nicht mehr bewirtschaftet werden muss. Maßnahmen zur Fassung und Behandlung des belasteten Sickerwassers und die Verbrennung oder Verwertung des anfallenden Deponiegases sind weiterhin über Jahrzehnte hinweg nötig. Auch in dieser Zeit ist es weiterhin der Deponiebetreiber, der sich um alles kümmern muss. Sobald die Deponie keinerlei Gefahr mehr für die Umwelt darstellt, kann sich der Betreiber aus der Verantwortung zurückziehen und die Deponie für andere Dinge genutzt werden.